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Vom Graffiti- Projekt zum HIP HOP HAMBURG e.V.

Einleitung:

Am 01.06.89 begann ich in der Baubaracke vor dem U- Bahnhof Uhlandstraße offene Kinder- u. Jugend-arbeit für den TREFF e.V. anzubieten.

Der Standort der Baracke war für die Jugendarbeit ideal, allerdings nur ein Notbehelf, da sie auf einer aus-gewiesenen Grünfläche stand. Der in unmittelbarer Nähe gelegene Spielplatz wurde für unsere Aktivitäten einbezogen. Die Raumaufteilung war optimal und bot Rückzugsmöglichkeiten für Kleingruppen für selbstbe-stimmte Aktivitäten und für Großveranstaltungen.

Durch einen Jugendlichen aus Hohenfelde, der für sich und seine Freunde eine legale Wand für Graffiti suchte, kam das Graffiti- Projekt zustande. Später kamen auch die S- Bahn- Surfer hinzu. Der Standort der Baracke und die große Mobilität der Sprayer war ausschlaggebend, daß das Projekt zunehmend überregi-onaler, dann internationaler wurde.

 

l990

... nahm die Surfer- Szene rasant ab.

... wurde die ABM verlängert.

 

l991

... gestalteten wir maßgeblich eine Graffiti-Sonderausstellung im Museum Altona, die bis Ende Mai laufen

sollte, wegen des großen Besucherstroms 14tägig bis Mitte September verlängert wurde.

... meldete sich die Stadtverwaltung Florenz, die bat, man möge bei ähnlichen Projekten ihre Sprayer auch

berücksichtigen.

... gab es keine sogen. "Corner" (Surfer- Treffpunkte) mehr, da die Verkehrsbetriebe, und ich keine Informa-

tionen an die Presse über S- Bahn- Surfer gaben.

... sprühten wir zum 3. intern. Leitungsbau- Congress in Hamburg den Bauzaun am Flughafen an.

... lief die Sondergenehmigung für den Standort der Baracke ab.

... wurde über den Nachtragshaushalt des Senats eine Planstelle für mich geschaffen und der Bau eines

Hauses auf dem Gelände der Schule Ifflandstraße bewilligt.

 

l992

... war das Haus bezugsfertig und die Baracke (von uns Graffiti- Villa genannt) wurde abgerissen.

... nahmen Schweizer Sprayer über eine Werbegrafikerin aus dem Kanton Luzern auf, die mit Paris vernetzt

sind.

... waren wir in Bern zur CD- Taufe im Stufenbau zur JAM (Hip Hop Party)

... wurde die Vernetzung zwischen Luzern und Florenz erreicht.

... wurde im November eine Mitarbeiterin eingestellt.

... wurde die AB- Kraft des HVVs mit Graffiti vertraut gemacht für das HVV- Graffiti- Projekt.

... wurde in Verbandsarbeit mit dem Projekt "laß 1000 Steine rollen.." das Parkhaus Mümmelmannsberg be-

sprüht. TREFF übernahm die Schirmherrschaft.

... sprühten wir an unseren legalen Wänden in allen Bezirken Hamburgs zum Thema Drogen.

 

l993

... kamen Kontakte zu Sprayern aus Holland hinzu, die l994 durch einen Wettbewerb in Emden ausgebaut

werden konnten.

... sprühten wir für "l00 Jahre Kriminalmuseum" für die Polizei.

... wurde ich vom Graffiti- Projekt Luzern eingeladen, ein Referat über die Entstehung unseres Projektes zu

sprechen,

von den Schwierigkeiten im Umgang mit Behörden und wie in Deutschland juristisch mit Sprayern umge-

gangen wird.

... wurde die Verbandsarbeit am Parkhaus fortgesetzt, diesmal unter der Schirmherrschaft vom Verein Hilfe

für alkoholgefährdete Kinder und Jugendliche e.V., Projekt "laß l000 Steine rollen".

... placierten sich 22 Sprayer aus dem Projekt für den HVV Wettbewerb.

... nahmen wir bei einer Aktion in Dresden teil, die unter dem Motto BUNTE REPUBLIK NEUSTADT viele

soziale Einrichtungen zu einem Volksfest zusammenbrachte. Wir brachten Sprayer aus Bremen mit, die

in den Ferien zu uns kamen.

... wurde der Kontakt zum Haus der Jugend BERG AM LEIM München aufgebaut,

... wurde der Kontakt zu West- u. Ostberlin aufgebaut, Vernetzung mit der sogen. SWAT- POSSE.

... durch die hinzugekommene Kinderarbeit gab es für die Stadtteiljugendlichen und die Sprayer nur noch

den Mehrzweckraum, somit keine Rückzugsmöglichkeiten und Sprühmöglichkeiten bei schlechtem Wetter

(Auftragsarbeiten). Die unterschiedlichen Konzepte taten ein Übriges.

Inzwischen kommen die Sprayer aus dem Großraum Hamburgs und aus den unmittelbaren Randgebie-

ten der benachbarten Bundesländer. Es sind rd. 300 Personen, davon sind 8 weibliche Jugendliche/ Her-

anwachsende. Aus den anderen Bundesländern und dem benachbarten Ausland kommt ca. die gleiche

Anzahl hinzu. Auch hier ist der Anteil weiblicher Sprayer verschwindend gering.

 

1994

... kamen Sprayer aus Frankreich hinzu.

... wurde mit dem Projekt "laß 1000 Steine rollen" am Parkhaus weitergearbeitet.

... wurde sich an der Europäischen Drogenpräventionswoche, die unter dem Motto " z.B. HIP HOP" stand,

beteiligt.

... kam der Wunsch auf, einen eigenen Verein zu gründen.

... wurde mit dem Künstler Fareed Armaly aus N.Y. ein Video und Wände für die Sammlung Schürmann

"Kunst und Gegenwart der Fotografie" erstellt. Die Ausstellung lief vom 09.12.94- 12.02.95.

... wurde mit inzwischen erwachsenen Sprayern und der Mutter eines Sprayers der Verein HIP HOP HAM-

BURG e.V. gegründet, um sich auszugliedern und eigene Räume anzustreben.

 

1995

... kamen Sprayer aus Norwegen, Dänemark, der Tschechoslowakei, L.A. als Gäste hinzu.

... kam die erste Anfrage aus Australien.

... schränkte der TREFF e.V. die Graffiti- Arbeit stark ein.

... wurde das Anerkennungsverfahren als Träger der freien Jugendhilfe gestellt.

... wurde mit einem Jugendprojekt in Dresden eine gemeinsame Graffiti- Aktion geplant.

... wurde der Verein Hilfe für alkoholgefährdete Kinder und Jugendliche e.V. für die Trägerschaft gewon-

nen, damit die erforderliche Planstelle für Graffiti beantragt werden kann.

... hat der Trägerverein die erforderlichen Anträge für den HIP HOP HH e.V. gestellt.

 

1996

... wurde die Graffitiarbeit im TREFF e.V. durch den Vorstand eingestellt.

... wurde das Kooperationsprojekt mit dem Projekt "laß 1000 Steine rollen" in Mümmelmannsberg,

vom Verein für alkoholgefährdete Kinder u. Jugendliche e.V. begonnen.

... erstmalig sachverständig beim Jugendstrafgericht in Bayern zur Graffiti- Szene ausgesagt.

... Erlebniskurzreisen mit Jugendlichen in Bremen, Dortmund, Aschaffenburg u. Bielefeld ausgebaut.

... fand die Veranstaltung im Rahmen der Städtepartnerschaft mit Dresden statt.

... vom Jugendstrafgericht Leipzig als sachverständige Zeugin der Szene angefordert.

... nahm die Szene aus Lüneburg anläßlich einer Massenanklage (31 Angeklagte) Kontakt zum Verein auf,

bat um Vermittlung von Strafverteidigern.

... eigene Räume für das Pilotprojekt gefunden und ausgebaut.

... Bewährungshilfe übernommen.

 

1997

... Ausflüge, Wochenendfahrten nach Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Bielefeld, Bremen u.

Hannover.

... Planung einer gemeinsamen JAM in Dresden m. Jugendhaus Pohlis

... Planungshilfe und Mitwirkung an einer JAM Bielefeld

... Tagesseminar in Erfurt, Arbeit & Leben über Aufgaben der JGH, Aufgaben des Anwaltes, ÖRA

und Rechte bei der Polizei.

... Kontaktaufbau zur JGH Halle, Erfurt, Dortmund, Lüneburg u. Bremen.

... Mitwirkung am Graffiti- Faltblatt im JIZ.

... Prozeßbegleitung im Graffiti- Sammelverfahren Lüneburg (insgesamt 35 Anklagen, Gesamtschaden

angebl. mehrere Millionen)

... Anfragen wg. Diplomarbeiten aus Erfurt, Dresden, Köln, Ungarn u. Slowakin.

... Beratung und Vermittlung von Anwälten aus Frankfurt, München, Düsseldorf, Essen, Bielefeld,

Hamburg, Kiel, Bremen.

... Bewährungshilfe übernommen

... JAM organisiert mit Sprayern aus Lübeck.

... Beteiligung am Arbeitstreffen der JGH Hamburg.

 

1998

... Besuch einer Graffiti- Gruppe aus Dresden, Erfurt, Schmalkalden, Bielefeld, Minden, Wolfsburg,

Braunschweig, Kassel, Frankfurt, Würzburg, Kiel, Lübeck, Eckernförde, Hannover, München

... Besuch aus der Schweiz, Dänemark, Frankreich

... Anfrage für eine Pädagogikarbeit aus Ungarn, Dresden, Bielefeld, Erfurt

... Besuch in Dresden, Bielefeld, Kiel, Itzehoe, Schmalkalden

... Beratung von Anwälten in München, Bremen, Frankfurt, Hamburg, Bielefeld, Essen, Dortmund,

Lüneburg, Düsseldorf, Erlangen, Nürnberg, Köln, Wolfsburg, Kassel

... Beendigung des Massenprozeßes in Lüneburg

... Dachgestaltung des Briefzentrums Hamburg

... Verein Hilfe für alkoholgefärdete Kinder und Jugendliche e.V. beendet die Trägerschaft für das

Kooperationsprojekt

... ab 01.04.98 arbeitet der Verein HIP HOP HAMBURG e.V. eigenständig, ohne Träger

... der Geschäftsführer des ehemaligen Trägervereins arbeitet ehrenamtlich als Geschäftsführer für

HIP HOP HAMBURG e.V.

 

 

 

Problembeschreibung der Jugendlichen:

Graffiti ist kein schichtenspezifisches, eher ein gesellschaftliches Problem. Auffallend ist der hohe Anteil männlicher Jugendlicher u. Heranwachsender. Graffiti ist nicht bestimmten sozialen Schichten oder Nationen zuzuordnen, aber ausländische Jugendliche leiden zunehmend unter besonderer Statusunsicherheit und mehrfachen Ausgrenzungsmechanismen, wie z.B. intensiverem Anzeigeverhalten, heftigere gerichtliche Sanktionen und verschärften Ausländergesetzen.

Das Diversionsprogramm greift häufig nicht, weil diese Jugendlichen sich kontrollierenden und sanktionie-renden Maßnahmen entziehen und somit schnell Gefahr laufen, aus der Bindungslosigkeit erneut straffällig zu werden. Die Zeitspanne vom Zeitpunkt der Straftat bis zur Gerichtsverhandlung ist zu lang, so daß Sank-tionsandrohungen oft ins Leere gehen. Hinzu kommt die Schwierigkeit, zwischen Straf- u. Zivilrecht zu unter-scheiden. Die Einstellung mangels öffentl. Interesses oder wg. Geringfügigkeit wird häufig als Freispruch ge-wertet, dadurch zivilrechtliche Forderungen ignoriert und somit rechtliche Möglichkeiten für einen TOA oder außergerichtliche Schadensregulierung vernachlässigt, der die Zukunftsperspektiven des Betreffenden ge-sichert hätte. Die Scham der Eltern über ihr straffällig gewordenes Kind macht sie oft handlungsunfähig, so daß der Jugendliche sich immer weniger angenommen fühlt, sich in selbstgewählte Netzwerke zurückzieht und unter Umständen erneut straffällig wird.

Hinzu kommt bei Jugendlichen der 2. Ausländergeneration der "Kulturschock". In ständiger Anspannung bei-den Kulturen gerecht werden zu müssen, werden sie in keiner heimisch, was letztlich dazu führt, daß sie sich familiären Bindungen mehr und mehr entziehen und somit wesentliche Hilfen und materielle Unterstütz-ung wegfallen und sie in die Obdachlosigkeit getrieben werden. Weibliche, ausländische Jugendliche leiden zusätzlich unter der repressiven Familienpolitik, tradierten Rollenerwartungen bei gleichzeitigem, fehlenden Familienrückhalt besonders.

 

 

Tätigkeitsbereich:

 

 

Auflistung f. Juli l994:

 

a. Einzelhilfen

Begleitung zu Polizeivernehmungen: 7

gemeinsames Abfassen einer Wehrdienstverweigerung: 9

Kontakte zur Hamburger Hochbahn/Tel od. Schriftsätze: 7

JGH: 2

Sozialpsychiatrischer Dienst: l

Arbeitsauflagen: 6

Empfehlungen f. Dringlichkeitsschein: 1

Notunterbringung obdachloser Jungerwachsener 3

vorgezogene Schadensregulierung: 12

Sozialamt: 3

Einkäufe v. Farbdosen m. Jugendlichen: 11

Erteilung v. Einkaufsscheinen f Dosen: l56 /Künstlerbedarf: 21

Elterngespräche (persönl. oder telef.): 6

Suche nach Anwälten: 3

Beratung: andere Jugendhilfeeinrichtungen: 4 (3 HH, l Geesthacht)

Wohnungsbaugesellschaft GWG

Bürgerverein Hohenfelde, Wache 31

 

b. Gruppenarbeit:

Grillaktionen am Eichbaumsee: 4

Jugendzentrum Geesthacht: 2

Graffiti- Aktionen: 8

Video- Club: 3

Diskussionsrunden: 8

Koch-/Back- Aktionen: 8

Medienkontakte: 3 (Printmedien: 2, ARD: l)

Ratsuchende aus dem Bundesgebiet: 14 (davon 3 Anwälte)

 

Monatsbericht 07/97

 

a. Beratung u. Einzelfallhilfe:

Tel. 159, davon 49 wg. Polizeivernehmungen, 36 wg. bevorst. Hauptverhandl. und restl. wg. Strei- tereien u. Wandproblemen an/ um Wände(n), Handy- Anfragen wurden nicht notiert!

aufsuchende Arbeit: 7, Mitwirk. u. Beteiligung an Projekten u. Veranstaltungen anderer Träger/

Einrichtungen: 5, Hausbesuche: 2, Krankenbesuche 4, Mitarbeiterbespr. 8,

Perspektiven, Planungen: Renovierung vorantreiben, was sich zunehmend schwieriger gestaltet,

viele wg. des Wetters absagen, andere mit den Vorbereitungen für die Ausbildung beschäftigt sind

und/ oder nicht mehr sprühen wollen oder dafür keine Zeit mehr haben. Die Telekom ist immer noch

nicht dagewesen!

b. Gruppenarbeit:

neue Trennwände ziehen, Einkäufe f Projekt, zwischengelagerte Gegenstände einlagern.

2x Fotogruppe, 6x Kochen f. Stadtpark u. 4x Eichbaumsee, Ferienreise- Möglichkeiten f. 2. Ferienhälfte beraten, Eichbaumsee m. 4/4/7 Personen, 6 Einrichtungen vorgestellt, mit denen man kostengünstig verreisen kann, Anfrage von 18 Jugendlichen, Vorgespräche für NDR III, für RUND UM DEN MICHEL, Treffen wg. Graffiti- Faltblatt, Beratung Geschädigter 19

 

Monatsbericht 07/98

 

a. Beratung u. Einzelfallhilfe

Verweigerungen: (tel. 57x, Pers. 32x)

wg. Graffiti 52x

Beratung v. Anwälten: 12x

Hausdurchsuchungen 9x

Sozialhilfe 5x

Arbeitsamt 2x

Sozialpäd. Intervention in Krisenfällen, aufsuchende Arbeit:5x Hausbes., 1x Krankenhaus

Elternarbeit/ Familienberatung/ Hausbesuche: 3, Elterngespr. 9

Versammlungen/ Mitarbeiterbesprechungen: 2

Perspektiven, Vorhaben, Planungen: Bunkeraktion, Containeraktion erläutert

Öffentlichkeitsarbeit, Presse: Tel. mit WDR Hörfunk, SAT1, Talkshow

 

b. Gruppenarbeit:

Zeichenkurs 4x 4-10 Pers.

3x break- dance training2-4 pers

Kochen 16x 5-17 Pers., Öffnung an 4 Wochenenden,

Video- club 4x (4- 12 Pers.)

Mitwirkung u. Beteiligung an Projekten u. Veranstaltungen anderer Träger/ Einrichtungen:

Besuch aus Erlangen, Nürnberg Osnabrück, Lübeck, Kiel Aschaffenburg, Bremen Bremerhafen

 

 

Projektangebote in Hamburg

 

Sprühen an legalen Plätzen, Schulung durch Sprayer untereinander, Hilfe bei der Suche nach legalen Sprühflächen.

Break- dance Training.

Einkauf von Farbdosen, Künstlerbedarf u. Trainingskleidung zu besonderen Konditionen, die voll an die Szene weitergegeben werden.

Suche nach erfahrenen Anwälten, die gegen möglichst geringes Honorar arbeiten, um hohe zivilrechtliche Forderungen zu reduzieren.

Begleitung zu Gerichtsterminen und Polizeivernehmungen auf Wunsch des Sprayers.

Vorgezogener Täter- Opfer- Ausgleich/ Schadenswiedergutmachungen, um Gerichtsverfahren und zivil-rechtliche Forderungen zu vermeiden.

Täter- Opfer- Ausgleich/ Schadensregulierung durch Eigenarbeit.

Beratung Geschädigter, um Sachschäden zu mindern oder zu beseitigen, um Straf- oder Zivilprozesse zu vermeiden.

Hilfestellung bei der Wohnungssuche, Beantragung von Sozialhilfe, Wohngeld, BAFöG, Schuldenberatung usw. in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Ämtern.

Ableistung von Arbeitsauflagen.

Kontaktpflege zu anderen Jugendhilfeträgern zwecks Vernetzung. Bereitschaft zur Mitwirkung an gemein-sam organisierten Großveranstaltungen.

Gemeinsame Aktionen und Kurzreisen in andere Bundesländer und dem Ausland zu Aktionen und Großver-anstaltungen der Hip Hop Bewegung.

Hilfe bei der Suche nach Schlafplätzen für Jugendliche/ Jungerwachsene aus anderen Bundesländern und dem Ausland.

Elternarbeit in Form von Einzelhilfen und Elternstammtisch.

Sendeplatz im OFFENEN KANAL HAMBURG- RADIO, um über den Bereich HIP HOP zu berichten, Musik- Produktionen einzelner/Gruppen vorzustellen mit der Zielrichtung, Graffiti zu entkriminalisieren und die krea-tiven Aspekte der multikulturellen Bewegung als Kontrast zu den rechtsradikalen Tendenzen mancher Ju-gendgruppen darzustellen.

Medienarbeit, um die kreativen Aspekte der HIP HOP Bewegung zu verbreiten und für die positiven Werte der Jugendlichen Freiräume zu schaffen, statt Jugendliche und ihre Straftaten herauszustellen.

Überparteiliche Arbeit, um die zivilrechtlichen Forderungen der Geschädigten gegenüber minderjährigen Straftätern auf eine Höchstsumme zu begrenzen, den Täter- Opfer- Ausgleich vor Strafverfolgung und Be-strafung zu setzen.

 

Konzept:

 

Alle Angebote sind Anfrage- oder Antragsangebote, d.h. jeder kann nach seinen Fähigkeiten mit vorhande-nen Mitteln und Möglichkeiten seine Freizeit in Eigenverantwortung gestalten und Hilfestellung abfordern, bzw. soll befähigt werden, dieses zu können. Grundsätzlich ist die Nutzung kostenlos. In Ausnahmefällen richtet sich die finanzielle Beteiligung nach der "Vermögenslage" des Einzelnen.

 

Es gibt vier elementare Regeln, die für alle verbindlich sind:

1. Alle Personen haben den gleichen Wert, aber unterschiedliche Fähigkeiten. Keiner darf

auf Grund seiner Herkunft, Aussehens oder mangelnden Fähigkeiten diskriminiert werden.

2. Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung wird abgelehnt.

3. Der Konsum von Drogen (ausgen. Tabak) ist unerwünscht.

4. Keiner wird abgewiesen oder auf Dauer ausgegrenzt.

 

Organisation und Planung liegen bei den Jugendlichen und mir als Team. Darüber hinaus kann man mich in Notfällen privat telefonisch zu erreichen. Alle Jugendlichen des Vereins oder des Projektes haben deshalb auch meine Telefonnummern und können notfalls eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen und/ oder um Rückruf bitten, faxen oder es auf dem Handy versuchen.

Die parteilich ausgerichtete Jugendarbeit wird nur dann eingeschränkt, wenn ein weiterer Jugendlicher oder mehrere beteiligt sind. Sind Konflikte schwerwiegender, wird auf entsprechende Jugendhilfeeinrichtungen (Beratungsstellen) oder Anwälte verwiesen, damit Rechte weiterer Beteiligten nicht geschmälert werden.

Gemeinsam erstellte Schriftstücke werden dem Jugendlichen ausgehändigt. Er entscheidet, ob er sie absen-den will oder nicht. Aufzeichnungen werden nur im erforderlichen Umfang und mit Einverständnis des Ju-gendlichen gemacht. Es gibt keine Mitteilungen an Dritte ohne seine Zustimmung. Aktenführung wird mög-lichst vermieden, um zu verhindern, daß vertrauliche Unterlagen in falsche Hände geraten.

Jugendliche werden ermutigt, zu entsprechenden Behörden Kontakt aufzunehmen, die für sie zuständig sind (JGH, Amt f. Jugend usw.), obwohl die Kontaktaufnahme von Jugendlichen oft abgelehnt wird.

In Verhandlungen wird sachverständig Auskunft erteilt, was in der Szene möglich oder üblich ist. Die Funktion einer Schriftsachverständigen wird abgelehnt, weil diese nicht möglich ist, was auch das BKA, Abt. KT 5 bestätigt.

Niederlagen oder Erfolge werden gemeinsam "überstanden" und stärken den Jugendlichen für eine weitere Zusammenarbeit. Richterliche Weisungen nach dem Kinder- u. Jugendhilfegesetz werden nur auf Wunsch des Jugendlichen übernommen, um das Vertrauensverhältnis nicht zu stören.

Hip Hop ist ein nonverbales Mittel der Verständigung unter Jugendlichen, das auch ohne gemeinsame Sprache verstanden und weltweit gelebt und erlebt wird. Vorurteile, Berührungsängste oder Sprachhinder-nisse werden durch gemeinsames Handeln abgebaut, Aspekte anderer Kulturen gewaltfrei und spielerisch weitergetragen und neue, gemeinsame Ziele geschaffen, völkerverbindende Gemeinsamkeiten entdeckt, gelebt und erlebt. Spannungen und Aggressionen werden durch bildnerisches Gestalten, Tanz und Musik abgebaut, statt Gewalt anzuwenden oder sich mit Drogen "zuzumachen." Man kann dabei sein, ohne mit-machen zu müssen, sich mit Freunden treffen, ohne sich produzieren zu müssen. Die Jugendlichen lernen über Antragsangebote Bedürfnisse in Worte zu fassen, sich Mehrheiten zu suchen, um so ihre Wünsche durchzusetzen. Die dadurch erworbenen lebenspraktischen Fähigkeiten sollen Starthilfe und Rückhalt für die Zukunftsorientierung sein, um auf sich selbst zu vertrauen, statt auf Sozialhilfe zu bauen oder sich durch Konsum von Drogen der gesellschaftlichen Verantwortung zu entziehen.

© Barbara Uduwerella